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Mittwoch, 23. September 2015

Meine Geschichten, meine Bilder, mein Stil, mein Blog...

...oder auch "Warum ich mich nicht an so viele Tipps der Blogger-Welt da draußen halte."

Vor einigen Tagen las ich wieder einen Blogbeitrag darüber, dass man seinen Blog so führen soll, wie man mag, dass es einem selbst Spaß machen soll und vor allem das tun soll, was einem gefällt.

Der Beitrag war einer der Wenigen, der mir gefällt, weil mir nicht gesagt wurde, dass man keine Schnörkel-Schrift benutzen darf, weiße Hintergründe am schönsten sind und ich auf die richtige Anzahl von Text und Bildern achten muss.

Ich MUSS Garnichts!


In vielen Beiträgen wird einem vorgeschrieben wie man einen Blog zu führen hat um erfolgreich zu werden, um Geld zu verdienen, um sich einen guten Platz in der Blogosphäre zu sichern und sind wir mal ehrlich - viele von uns Bloggern wünschen sich dazuzugehören, jede Woche dutzende Pakete geschickt zu bekommen, auf tolle Events und Reisen eingeladen zu werden und später vielleicht sogar Geld mit seinem Hobby zu verdienen.

Natürlich wäre das eine schöne Vorstellung - ich gebe es zu, dass auch ich nichts dagegen einzuwenden hätte, aber momentan habe ich nicht die Zeit dafür so hart an mir und meinem Blog zu arbeiten und außerdem gefällt mir mein Blog, so wie er momentan aussieht, ganz gut und ich mag gerade nichts daran verändern, nur um vielleicht erfolgreicher zu werden.


Wie in der Beschreibung vermerkt, ist dies hier der Platz für meinen Kopf, der Raum in dem ich Kisten voller alter Erinnerungen und Gedanken abstelle, um sie mir vielleicht später nochmals anzuschauen, die Bibliothek, in der ich Bücher lagere, in denen andere nach Tipps für ihr Leben stöbern können oder auch die Theaterbühne, auf der meine Stücke laufen, die jeder sich angucken darf und bei denen alle in eine andere Welt eintauchen dürfen.

In den letzten Tagen habe ich mir überlegt wieso der Blog so aussieht, wie er aussieht. So ganz und gar nicht nach Norm, dunkelroter Hintergrund, hellgoldene Schrift, der Titel verschnörkelt, die Texte in Comic Sans verfasst und die Bilder ab und an auch nicht perfekt und vieles hat mit dem, was ich gerade schon schrieb zu tun.
Mein Blog ist warm, er soll Geborgenheit geben, die Seelen streicheln, wie im Sommer die letzten warmen Sonnenstrahlen, welche alles in purpurrotes Licht tauchen oder im Winter das knisternde Kaminfeuer.

Ich stell mir vor, wie meine Blogleser, wie ihr meine Texte in einem dunkelroten Ohrensessel lest, wie ihr einen warmen Kakao dabei trinkt oder mit einer Decke gekuschelt in der Fensterbank sitzt, während draußen der Sturm tobt.
Ich sehe es vor mir, wie ihr meine Geschichten draußen in der Gartenliege lest, neben euch der gekühlte Eistee, die langsam bräunende Haut, vielleicht sogar das Meeresrauschen im Ohr, weil ihr gerade an der Nord- oder Ostsee Urlaub macht.


Mein Ziel ist es zu unterhalten, euch zu erreichen, Bilder zu zeigen und vielleicht Lust auf mehr zu machen - oder auch aufs Meer.
Ich liebe Kommentare zu lesen, auf anderen Blogs zu stöbern, von denen sehr viele nach der Norm mit dem weißen Hintergrund und den klaren Linien gehen und in anderen Geschichten und Leben zu stöbern.
Mein Blog ist nicht perfekt, nicht nach Norm, ich schreibe auch über Sachen, die nicht wunderbar sind, die mich beschäftigen, weil sie mir wehtun und ich glaube gerade deswegen ist der Blog auch so wie er momentan ist. Momentan, weil es sich natürlich ändern kann. Ich kann mich ändern, die Geschichten, die Bilder, der Stil und damit natürlich auch der Blog. 

Stört es wirklich so, dass mein Blog alles andere als der Norm entspricht? 
Würdet ihr lieber einen weißen Hintergrund mit sauberer Schrift in schwarz sehen?
Kommt es nicht eigentlich hauptsächlich auf den Inhalt an?

Natürlich gibt es auf Blogs für mich auch selbst Dinge, die mich stören. Farbdifferenzen von lila/grün oder pink/rot z.B. oder blitzende, blinkende Animationen, wild durchlaufende gif's... Alles Sachen, die bei mir Augenkrebs verursachen, aber was ist so schlimm daran nicht im kompletten Einheitsgewand aufzulaufen?

Vielleicht seht ihr meinen Blog nun auch so, wie ich ihn sehe. 
Schreibt mir auch gerne was ihr von meinem Design haltet, ob es ein Grund wäre wegzuschalten und nicht wieder zu kommen, auch wenn euch der Inhalt irgendwie gefällt.

Auf den Bildern ist übrigens Lisa zu sehen, die immer und immer wieder Model für mich spielt. :D Naja und auf dem letzten Bild sind wir Beide zusammen drauf zu sehen. 


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Dienstag, 17. Februar 2015

Ein Januartag am Meer

Wieso und weshalb wir auf einmal im Auto sitzen, weiß ich nicht genau, vielleicht, weil du mich ablenken willst, aus dem Haus locken möchtest, welches so voller Erinnerungen an unsere Katze steckt oder vielleicht auch nur, weil wir beide wieder dieses Gefühl haben, dass das Meer uns ruft.

Es ist ein Mittwoch, die Sonne scheint uns in die Gesichter und Linkin Park begleitet uns auf unseren Weg, die lange, schmale und leicht hubbelige Straße Richtung Meer entlang.
Am Horizont sieht man bald schon den ersten Deich, ansonsten ist die Landschaft flach, bespickt mit langen Gräsern, kleinen, flachen Seen, die einen nur vermuten lassen, wie feucht der Boden sein muss und vereinzelten Schafen oder Vögeln. 
Als wir über den ersten Deich fahren, können wir den nächsten schon fast erahnen, einzelne Reetdachhäuser säumen den Weg, andere Autos treffen wir kaum - ist auch noch nicht die richtige Jahreszeit für Besucher. 

Du erzählst mir, dass du mit deiner Familie hier früher mal eine Wattwanderung gestartet hast, aber ansonsten eigentlich nie hier warst. Ich fange an zu erzählen, von den vielen Sommern, an denen ich hier mit Freunden Krebse gesammelt habe, im Watt Burgen baute, später mich zusammen mit meiner besten Freundin damit abwarf und einschmierte und mir vor der Hochzeit meines Cousins das gesamte Bein an den Wellenbrechern aufschrammte, weil wir alle mutig darauf herum klettern mussten.
Der Nachbarsjunge hat mich danach zurück zu unseren Eltern getragen und ich weinte fürchterlich, aber hauptsächlich, weil ich am nächsten Tag im kurzen Kleid Blumen streuen sollte...
Letztendlich schickte meine Mama uns dann zurück zum Wasser, weil ich die Schramme auswaschen musste - da hab ich dann nur noch vor Schmerzen geweint, aber Salzwasser heilt nun mal und am nächsten Tag war kaum noch was zu sehen...

Du lachst darüber und sagst, dass sowas irgendwie klar war, dann fliegen wir mit deinem Auto über die Hubbel, die die Straße wirft und irgendwann erblicken wir den großen Parkplatz und das Gebäude mit Kiosk, Café und den Toiletten. Natürlich ist alles noch geschlossen, doch vereinzelte Autos stehen verlassen davor und als wir aussteigen pustet der Wind uns die salzige Luft entgegen. 
"Lisa?", frage ich und im nächsten Moment rennen wir die Treppen hoch - manchmal sind wir halt immer noch Kinder. Oben angekommen, sind wir ganz schön aus der Puste, doch der Anblick des Meeres, mit der schon relativ tief stehenden Sonne entschädigt für alles und auf einmal ist alles gut...


In weiter Ferne liegen die Halligen, der Lorendamm scheint unendlich in der Ferne zu verlaufen und die Wellen überspülen die großen, wuchtigen Steine. 
Das Meer verströmt eine unglaubliche Macht und wenn wir zu lange nicht da waren, fehlt es uns, es ist, als wenn es uns ruft und jetzt wo wir wieder hier oben stehen, ist es so, als wenn es sagt: "Na endlich seid ihr da!"
Ich bin froh, dass du mich gefragt hast, ob ich die Kamera mitnehme, bin froh über die Sonne, die das perfekte Licht wirft und ich bin froh, dass der Wind noch nicht so furchtbar stark ist, dass ich selbst mein Stativ verwenden kann.
Für Freitag ist Sturmflut angesagt und ich bin froh, dass heute nicht Freitag ist...

Wir benutzen die Pforte des Zaunes, der im Sommer die Liegewiese vom restlichen Deich trennt. Jetzt im Winter ist sie eigentlich sinnlos, da kein Bereich abgetrennt werden muss und der Zaun nur noch an dieser einen Stelle aufrecht steht.
Wir treffen auf ein Paar mit Hund und in einiger Entfernung sehen wir ein weiteres Paar mit einem kleinen Kind, dem sie gerade versuchen zu erklären wie das mit der Ebbe und Flut vorsich geht. Du stehst grinsend daneben und auch ich bin froh, als wir alleine sind und unbeobachtet Bilder machen können. 


Normalerweise sind nicht so viele Leute anwesend, wenn wir unsere Bildideen umsetzen, aber heute wollten wir auch mal ein paar Bilder zusammen machen und als wir dann zusammen vor der Kamera stehen und ich auf den Fernauslöser drücke, stört uns nicht mal der ältere Herr, der interessiert zu uns herüber blickt.


Die ganze Zeit über jubel ich über die Sonne und die Bilder entschädigen uns für jeden nahezu absterbenden Finger. Letztendlich gebe ich dir auch mein Heiligtum in die Hand. "Schließlich", sage ich "benötige ich auch mal wieder neue Bilder von mir... und dazu noch mit dem Meer - ist doch super!" 


Letztendlich gehen wir noch ein wenig den Weg entlang und dann hab ich ein Kurzschlussidee und es entsteht ein wirklich, wirklich schönes Bild.
Bilder, die man immer und immer wieder angucken mag und von denen man als Fotograf selbst auch so unglaublich begeistert ist, gibt es nicht viele, finde ich und bei diesem Bild muss ich aber, ohne selbst von mir überzeigt zu sein, wirklich sagen: Ich bin begeistert und ich glaube, ich werde es mir auch demnächst groß ausdrucken lassen und aufhängen.
Da ich es schon auf Facebook gepostet hab, mag ich es nicht auch hier noch posten, aber hier der Link, für die, die Interesse haben (über Feedback freu ich mich hier besonders):


Wie lange wir unseren Freund das Meer besuchten, kann ich nicht mehr genau sagen, uns ist letztendlich aber sehr, sehr kalt und weil uns auch der Hunger plagt, besuchen wir noch das Restaurant "Zur goldenen Möwe". :)


Zuhause sichte ich unsere Bilder und muss wirklich lachen. Es war ein toller Tag und neben dem Spaß den wir mal wieder hatten, war der Besuch am Meer eine wirklich tolle Ablenkung.

Freunde sind die, die dich zum Lachen bringen - in jeder Situation. :) <3


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