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Mittwoch, 22. April 2015

Was willst du in der Zukunft machen? - Leben?!

Immer, wenn ich in der Vergangenheit gefragt wurde, was ich denn nach der Schule machen möchte, war ich mir eigentlich nie richtig sicher. Außer nach dem Hauptschulabschluss - da war es für mich ziemlich klar, dass ich auch meinen Realschulabschluss machen möchte. 
Als diese 2 Jahre dann zu ende gingen, hab ich das Abi letztendlich nur gewählt, weil ich noch immer nicht wusste, was aus mir werden sollte.

Ich gehörte wirklich nie zu denen, die früh sagen konnten, womit sie später ihr Geld verdienen möchten. In die Freundschaftsbücher meiner Freundinnen habe ich bei "Berufswunsch" auch, so gut wie nie, dasselbe eingetragen - ganz früher war es irgendwann "Seiltänzerin", zwischendurch gehörte auch mal "Springreiterin" dazu, nur "Hotelfachfrau" steht wohl in mehreren Büchern verewigt, ebenso wie "Busfahrer" - ja wirklich Fahrer, nicht Fahrerin... :D 

Neidisch hörte ich damals Klassenkameraden davon schwärmen, welche Lehre sie beginnen möchten, schaute mir die schönen Ausarbeitungen meiner Freundinnen nach ihren Praktika an, an denen sie im Gegensatz zu mir, viel Spaß gehabt hatten und wünschte mir, dass ich auch endlich weiß, wie meine Zukunft aussehen soll.


Wie ich schon in diesem Post erwähnt habe, gab es letztendlich noch ein "Problem" um das Abi machen zu können. 2013 hatte ich dies dann aber endlich in der Tasche - danach war ich mir aber immer noch unsicher.
 
Die Frage "Was machst du denn jetzt?" bohrte sich in meinen Kopf, hallte in den Ohren wieder, da jeder nachfragte, in den Träumen verfolgte sie mich - wenn ich denn überhaupt noch richtig schlafen und träumen konnte.
 
"Du kannst jetzt auch nicht ein Jahr nichts machen!"
"Schreibst du denn auch genug Bewerbungen?"
"Möchtest du vielleicht mal zu einem Bewerbungstraining?!"
 
Diese und andere Fragen erschwerten mir die Suche nach einem Ausbildungplatz noch mehr, hab irgendwann gedacht, dass ich nicht genug mache oder einfach nicht gut genug bin...
Meine Familie hat mich größtenteils sehr unterstützt - meine Mama hat oft gesagt, dass ich stolz auf mich sein kann und meine Schwester hat mindestens einmal gesagt, dass die Arbeitgeber ja doof sind, wenn sie eine, die wirklich für ihre Erfolge kämpft, nicht nehmen.


Heute bin ich im 2. Lehrjahr, hab Ende Februar meine Zwischenprüfung abgelegt und fühle mich wohl, als Tourismuskauffrau, wenn ich Menschen die wohl schönste Zeit im Jahr verkaufe... Allerdings kommen jetzt langsam erneute Fragen, Fragen darüber, was ich denn nach der Ausbildung machen möchte, ob ich schon weiß, ob ich übernommen werde, ob ich überhaupt übernommen werden möchte?
 
Fragen über meine Zukunft, über die Zeit, die nach der Ausbildung kommt, womit ich dann mein Geld verdienen möchte und manchmal auch, ob ich mir denn vorstellen kann bis zu meiner Rente diesen Beruf auszuüben?


Und Leute, wisst ihr was? Ich weiß es schon wieder nicht, ich habe schon wieder einmal nicht so einen richtigen Plan. Natürlich gibt es Dinge, die ich mir vorstellen könnte, Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie nicht machen möchte, gibt es auch genügend. 
Ich hab Träume, Vorstellungen davon, wie mein Leben evtl in einigen Jahren verlaufen soll, aber das sind alles noch so kleine Luftschlösschen, die zu wage sind um sie mit Worten aufs Papier zu malen.
 
Mir gefällt meine Ausbildung, ich freue mich über meine netten Kollegen und kann mir gut vorstellen, dass mir die letzte Zeit (es ist schließlich noch über ein Jahr) auch noch viel Spaß machen wird und was danach kommt, das sehe ich dann.

Dadurch, dass uns so viele Möglichkeiten offen stehen, brauchen wir uns nicht mal so genau darüber Gedanken machen, dass wir den Beruf, für den wir uns jetzt entscheiden, noch mindestens 60Jahre ausüben müssen - denn das müssen wir nicht mehr!


Es gibt eine Sache, die ich allerdings ganz genau weiß und die meine Antwort darstellt, wenn mich jetzt jemand fragt, was ich in der Zukunft machen möchte...
Leben!

Vielleicht habe ich ja jetzt einigen Schulabgängern, Abiturienten etc. die Angst vor der Zukunft etwas nehmen können - das würde mich freuen. Macht euch nicht zu viel Stress, wenn ihr noch nicht so den Plan habt, überlegt euch in Ruhe, wo eure Stärken liegen, wozu ihr Lust habt und all das drumherum. Für jeden gibt es etwas passendes und selbst wenn ihr euch zuerst für das falsche entscheidet, sich etwas Neues zu suchen ist heute nichts verwerfliches mehr!

Die Bilder von den Kirschblüten sind übrigens am Wochenende entstanden und... ich lieeeebe Kirschbäume (und Magnolienbäume und Apfelbäume und alles was irgendwie so wunderschön blüht.) ♥

Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche euch eine gute Nacht!



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Freitag, 19. Dezember 2014

Andere müssen eben weniger kämpfen...

"Weißt du Nadja, du kennst einfach viele Menschen, denen alles leicht fällt, denen alles in den Schoss zu fallen scheint und du... du musst für so gut wie jedes Ziel kämpfen (...)
dadurch weißt du das Glück aber auch viel mehr zu schätzen."
-Mein Fahrlehrer (ungefährer Wortlaut)

Im Kindergarten hab ich vermeintlichen Freunden erzählt welchen Jungen ich ganz besonders gern hatte - am nächsten Tag wusste es jeder, einschließlich ihm. Nach 3 Tagen war es jedem egal, wir waren Kinder und was bedeutet sowas schon?
In der Pubertät, wenn man sowieso nicht genau weiß wohin man gehört und mit sich selbst nicht im Reinen ist, sieht das schon ganz anders aus...

Ich hab nach der Grundschule, aufgrund meiner relativ großen Matheprobleme, eine Empfehlung für die Hauptschule bekommen und meine Eltern sind dieser Empfehlung auch nachgekommen. Für mich war das nicht schlimm und so furchtbar, wie die Hauptschule immer dargestellt wird, ist sie auch nicht - wobei ich wohl erwähnen muss, dass es sich hierbei "nur" um eine relativ kleine Dorfschule handelte und es zwischendurch natürlich dennoch zu einigen größeren Auseinandersetzungen kam.
Allerdings hatte ich persönlich (auch) einige Probleme. Beispielsweise die oben beschriebene Situation. Tage danach wurde da getuschelt, wenn ich den Raum betrat, ich wurde ausgelacht, verspottet und manchmal sogar von völlig fremden Menschen herablassend und angewidert angesprochen - ja, nur weil ich jemand sehr gerne mochte. ;)
Es gab Zeiten, in denen für mich mindestens ein verletzender Spitzname erfunden wurde (vielleicht mag er für andere nicht so schlimm gewesen sein, aber für mich schon...), ich ignoriert wurde und Tage an denen ich keine Lust hatte zur Schule zu gehen. Nicht wegen dem Lernen oder, weil ich einfach lustlos war, sondern weil ich mich schämte und Angst hatte.
Angst davor verspottet zu werden, Angst davor nicht (mehr) zur Klassengemeinschaft zu gehören, Angst vor so vielen Dingen...

In der Zeit hab ich viel Tagebuch geschrieben, viel in einzelnen Geschichten und Gedichten verarbeitet und wenn ich heute Sätze daraus lese, sehe ich wieder das junge, verschüchterte Mädchen vor mir, die immer und immer wieder versuchte dazuzugehören und die irgendwann anfing sich zu wehren und nicht mehr klein bei zu geben.
Warum und wieso ich anfing zu ignorieren, wenn wieder jemand versuchte auf mir rumzuhaken und ich manchmal sogar relativ gut konterte, weiß ich nicht mehr, aber die Momente in denen ich mich einfach mal etwas traute, halfen mir denk ich sehr dabei. Z.B. war dort der Geburtstag einer Freundin, auf dem ich niemanden kannte, aber ich war aufgeschlossen und nett und ging auf die Menschen zu und ich stieß auch auf keinerlei Ablehnung oder Ignoranz.
Mit derselben Freundin bin ich dann auch 2 Jahre hintereinander 2 Wochen im Sommer in einem Zeltlager gewesen, ich hab mich gefreut, war aber auch voller Panik nicht als die Person anerkannt zu werden, die ich wirklich bin.
Alles unbegründet! Okay unser Zelt im ersten Jahr mochte uns nicht so gerne, aber dafür haben wir andere tolle Leute kennengelernt, mit denen wir auch im zweiten Jahr in einem Zelt waren - es war die schönste Zeit im Jahr.

In der 8. Klasse sollten wir dann vor Weihnachten ein Theaterstück vor der gesamten Schule aufführen, ich hatte schon irgendwie Lust die Hauptrolle zu spielen, aber niemand traute es mir zu und es wurde nur kurz als Witz vorgeschlagen. Allerdings hatten wir in der Theater AG einen Lehrer, der an mich glaubte und mir letztendlich die Rolle des alten, verbitterten Scrooge gab.
Ich ging richtig auf darin und ich glaub es hat mir den letzten Respekt zurück verliehen, wodurch ich dann meinen Abschluss mit einer eigentlich wirklich tollen Klasse machen konnte.

Ihr merkt ich musste in den Jahren sehr kämpfen um mir Respekt zu verschaffen, um nicht mehr gemobbt zu werden (obwohl ich Mobbing ein ziemlich hartes Wort dafür finde) und mich selbst zu finden. In dieser Zeit konnte ich auch nicht ganz normal in der Stadt shoppen gehen, weil ich immer, wenn jemand lachte, sofort dachte, dass man über mich lachte.
Ich hatte einfach kein Selbstbewusstsein.

Freundinnen von mir, die so gut wie niemals Probleme mit Spitznamen hatten oder ausgelacht wurden, konnten einfach nicht verstehen weshalb ich zwischendurch nicht gern zur Schule ging, obwohl ich nichts gegen das Lernen hatte...


Nach der Hauptschule wollte ich auf jeden Fall noch meinen Realschulabschluss machen. Nicht nur, damit ich später bessere Berufschancen hatte, sondern auch, weil ich denen, die mitleidig guckten, wenn ich sagte, dass ich auf die Hauptschule gehe, zeigen wollte, dass Hauptschüler nicht = Idiot ist... oder Hartz4-Empfänger - Oh ja, solche Reaktionen hab ich oft genug erlebt und ich wollte nur einmal sagen - aus meiner Abschlussklasse hat jeder nach der Schule eine Ausbildung begonnen oder ist, wie ich, weiter zur Schule gegangen.

Die Realschule funktionierte eigentlich wirklich gut, obwohl ich am ersten Tag nochmal angenommen werden musste, da meine Bestätigung, dass ich den Schulplatz annehme, irgendwie verschwunden war (war klar, dass das mir passiert :D). Ich hatte insgesamt zwei wunderbare Klassen, wo es zwischendurch zwar auch die ganz normalen Reibereien gab, aber ich mich niemals furchtbar unwohl fühlte.
Mein Glück war allerdings auch, dass ich mit vier Mädels aus meiner alten Klasse, mit denen ich mich echt gut verstand, meinen Realschulabschluss machte.
Es war hart, aber es funktionierte.

Uns vieren wurde auch gesagt, dass wenn wir auf dieser Schule den Realschulabschluss machten, auch bessere Chancen hätten auf einen Abiturplatz, an derselben Schule. Da ich absolut keine Ahnung hatte, was ich als Ausbildung machen wollte, stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich mein Abitur auch noch machen wollen würde.
Das Doofe war, dass das was man uns im letzten Jahr noch gesagt hatte, nicht mehr galt und ich auf die Warteliste gesetzt wurde. Oo
Panik!
Wenn ich nicht angenommen werde - was mach ich dann? Ich sah mich selbst schon unter der Brücke hocken, bewarb mich letztendlich bei mehreren Hotels, für eine Ausbildung als Hotelfachfrau, aber... eine Ausbildung anzufangen, ohne diese richtig zu wollen? Das kam für mich eigentlich nicht infrage...
Ihr glaubt nicht wie glücklich ich war, als ich die letztendliche Zusage für die Schule endlich in den Händen hielt. Es gab in der Zeit allerdings auch Menschen, die dachten ich mache es nur, um nicht arbeiten zu gehen, die mir zwar viel Glück wünschten, aber im Hintergrund darüber lästerten, dass ich das eh nicht schaffe...

Meine Abiturklasse war glaub ich meine Lieblingsklasse. Es waren 3 wirklich tolle Jahre mit Ihnen, auch, wenn ich im letzten Jahr vorm Abitur eine eigentlich gute Freundin verloren hab. Wenn ich heute darüber nachdenke bin ich aber froh, dass es damals schon so gekommen ist...
Neben meinem Anfangsfeind Mathe hatte ich nun allerdings auch noch eine Englischlehrerin, die mir das Leben schwer machte und mich absolut nicht mochte. Sie war der Hauptgrund weshalb ich meine Abiturklausur auch nicht in Englisch, sondern in Dänisch schrieb.

Während meiner Abizeit hab ich dann auch mein Führerschein gemacht und während Freunde von mir innerhalb ein paar Monate durch waren, brauchte ich etwas länger. Die Zeit war noch im Rahmen, aber immer wieder hab ich Dinge verlernt, die ich eigentlich schon drauf hatte, hatte Probleme mit Sachen, die mein Fahrlehrer mir schon mindestens 50mal erklärt hat und saß mindestens einmal auch heulenderweise im Auto, weil ich erstens genervt von mir selbst war und zweitens endlich meinen Führerschein haben wollte. In diesem Moment sagte mein Fahrlehrer etwas sehr wichtiges zu mir, etwas das mir aufzeigte, dass ich zwar für so gut wie alles hart kämpfen muss, aber ich dadurch auch eigentlich ein schöneres Leben habe (siehe Zitat oben).

Mein Abitur hab ich, mit 0Pkt in Mathe, bestanden. Allerdings brauchte ich, im Gegensatz zu meinen Freundinnen, die schon nach den Schriftlichen durch waren noch mindestens 4Pkt. in der mündlichen Prüfung. Also nochmal richtig reinhauen und lernen, aber es hat sich gelohnt und ich hab als anfängliche Hauptschülerin mein Abitur gemacht... :)


Das Problem was dann kam, hatte ich vorher aber nicht wirklich gesehen und zwar - was mach ich jetzt? Als was bewerbe ich mich? Wird es leicht oder schwer einen Ausbildungsplatz zu bekommen?
Ich hab mich letztendlich für 2 Berufszweige entschieden, hab Bewerbungen geschrieben, war bei einem Bewerbungstraining, hab verschiedene Tests mitgemacht und während ich verzweifelt von Bewerbungsgespräch zu -Gespräch lief, rannte mir die Zeit davon...
Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass mich niemand wollte und dabei hatte Mama gesagt, dass alle Arbeitgeber ja sehen, dass ich, wenn ich etwas will, das auch schaffen kann (bezüglich meiner Schulbildung).

Anfang August letzten Jahres wurde ich dann zu einem weiteren Bewerbungsgespräch eingeladen. Der Einstellungstest lief nur mittelmäßig gut, weswegen ich tierisch aufgeregt war, weil es im Grunde mit die letzte Chance war.
Heute weiß ich, dass die Chefin etwas skeptisch war, weswegen ich auch nochmal hin musste, um auch vor dem Regionalleiter zu bestehen. Ich hab dafür gekämpft, dass sie sehen wie ich bin, dafür, dass ich endlich einen Ausbildungsplatz bekomme und nachdem ich dann die Bestätigung hatte, ging der neue Kampf los - sich in diesen Beruf einzufinden, sich reinfinden und auch Spaß an dem Beruf finden.

Ich habe Spaß an meiner Ausbildung, ich liebe es Traumreisen zu verkaufen, von den Kunden später zu erfahren, dass alles toll war und ich einer Familie z.B. die schönste Zeit im Jahr beschert habe...
Allerdings weiß ich auch, dass ich für einen guten Abschluss auch wieder pauken und kämpfen muss, dass ich für meine Hoffnungen und Wünsche, die ich für die Zeit danach habe, auch kämpfen muss und dass ich immer und immer wieder Momente haben werde, die mich deprimieren. Beispielsweise wenn eine Freundin mir sagt, dass sie einfach mal so eben ans andere Ende der Welt fliegt, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen und ich genau nachvollziehen kann, dass ich dafür mindestens 10 Jahre sparen müsste, wenn ich jemanden sage was für Pläne ich habe und dieser jemand meine Pläne umsetzt (vielleicht, weil er glaubt er macht es besser oder, weil er mir eins auswischen möchte) und auch wenn man mir sagt, dass ich etwas nicht schaffe, dass man mich nicht ernst nimmt. Manchmal hab ich immer noch diese Angst, dieses Schamgefühl und bin wieder das kleine verschüchterte Mädchen.
Aber gerade, weil ich das alles mitgemacht hab, weil ich immer ein kleines bisschen mehr für etwas machen muss, als andere, weiß ich das, was ich erreiche, auch wirklich voll und ganz zu schätzen, freue mich und bin oft glücklicher, als z.B. die Freundin, die von Geburt an die ganze Welt zu sehen bekommt - ohne etwas dafür zu tun...

Warum und wieso dieser Post, weiß ich selbst nicht, aber es musste einfach sein. Es erklärt irgendwie so viel, finde ich...

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!
Sonntag gibt es dann einen traditionellen Post und zwischen den Tagen gibt es einen Rückblick. Zumindest sind das meine Pläne! :D



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