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Montag, 30. November 2015

Die Geschichte der vergrabenen Hoffnungen

Wie oft wurde mir schon gesagt, dass ich vergessen soll?
Wie oft musste ich meine Hoffnung schon zu Grabe tragen?
Dunklen Sand auf das harte Holz des Sages werfen, immer mehr, bis ich die Maserung nicht mehr erkenne, nicht mehr sehe was dort vergraben liegt.
Ich erkenne nur noch die aufgewühlte Erde, versuche nicht daran zu denken was zum Vorschein kommen würde, wenn jemand versuchen würde all das wieder hochzuholen, auszugraben... Ruhe in Frieden.

Mit jeder Hoffnung, die fällt, stirbt ein kleines Stück meines Selbst. Ich verändere mich, bin lange nicht mehr das Mädchen, was an Liebe auf den ersten Blick glaubt und mit jeder weiteren Enttäuschung wird die, aus Selbstschutz errichtete Mauer höher und höher.


Du hast den ersten Stein gesetzt, warst der Erste, den ich ernsthaft in mein Herz ließ, doch du... Du hast alles zerstört, du hast mich zerstört!
Als du wieder zurück kamst, war es zu spät - zu spät für dich, für uns. 
Es gibt seitdem diese Grenze zwischen uns und sie wird wohl auch nie wieder ganz geöffnet werden - Du stehst immer und immer wieder davor, hast früher ellenlange Texte verfasst und um Einlass gebeten. Heute frage ich mich, weshalb du immer nur schriftlich redegewandt gewesen bist? 
Du hast Briefe geschrieben, Nachrichten, die voll von Liebe waren, aber niemals hast du angerufen, bist vorbei gekommen... Es hätte nichts geändert, das weiß ich heute, aber vielleicht wäre die allererste komplett begrabene Hoffnung nicht allzu tief gefallen.

...

Ich konnte nicht mehr vertrauen, war am Boden, am Ende, doch dann kamst Du. So viel Verständnis, so viel Zeit, eine starke Schulter zum Anlehen. Es war wie ein anderes Leben, wie auf Wolken, ganz und gar zauberhaft und auch wenn die Mauer aus Selbstschutz eigentlich schon zu hoch war, hast du ein Loch rein gebrochen, mich mit Liebe gefüllt und mir vor allem gezeigt wie man mich wirklich zu behandeln hat.
Es war als wären wir zusammen, du hast dich über ihn beschwert, darüber gesprochen, dass er mich ganz simple gesagt nicht verdient hat und du einfach nur unglaublich glücklich bist mich kennengelernt zu haben. Ich war auch glücklich, bis zu dem Zeitpunkt, als alle mich fragten, ob wir denn jetzt wirklich zusammen sind... 
Anfangs war es mir regelrecht egal, doch der Druck stieg und als ich es selbst nicht mehr aushielt unwissend zu sein, kam alles wieder ins Wanken, meine ganze Welt schwankte. Letztendlich gabst du mir zu verstehen, dass es für dich nichts Ernstes war, woraufhin für mich wieder so gut wie alles zusammenbrach.
Die Mauer verschloss sich und wurde dicker, als zuvor.

...

Danach war es vorerst ruhig, es gibt Geschichten, die ich auch einfach Leid bin zu erzählen, die es im Grunde kaum noch wert sind erzählt zu werden. 
Menschen, die sich mein Vertrauen erschlichen haben und mich nur noch mehr zerstörten. Eine Person taucht zwischendurch immer und immer wieder auf, reißt manchmal die Mauer ein, um mich dann wieder dazu zu bringen eine noch höhere zu errichten, aber daraus lernen werde ich anscheinend nicht. 
Immer wieder lass ich es zu, dass er in mein Leben kommt und alles durcheinander bringt, wie ein Sturm in einer kalten Winternacht. 
Ich würde bei ihm die Hoffnung gerne metertief vergraben können, endlich ein für alle Mal damit abschließen und den Ballast loswerden, doch es geht nicht... 
Ich vergrabe die Hoffnung lebendig, zu nachlässig um sie komplett loszuwerden - immer wieder kommt sie zurück, um dann erneut in das schwarze Loch zu fallen, wo das ganze Theater dann irgendwann erneut beginnt.

...

Als ich Dich traf, hab ich nicht daran gedacht was noch geschehen könnte und ich glaube heute, dass auch du keinen Gedanken daran verschwendet hast, was sich nach unserer Begegnung noch abspielen würde.
Die Sonne stand hoch, bräunte unsere Haut und die Wellen rollten gleichmäßig an den Strand. Nachts leuchteten die Sterne, wir tanzten, als gäbe es keinen Morgen mehr, feierten, bis die Wolken wieder lila waren und es war schön. 
Jetzt weiß ich, dass du ganz zu Anfang nicht gelogen und wirklich eine Freundin hast, du hast diese Aussage relativ zügig wieder zurück gezogen, hast sie verleugnet und mit keinem Wort mehr erwähnt. Zugegeben, mir war es dann auch relativ egal, ich hab diese Information verdrängt, nicht mehr darüber nachgedacht und einfach die Zeit genossen - unsere Zeit. 
Seit einigen Tagen weiß ich, dass es sie gibt - momentan wohl weiter entfernt von dir, als ich es bin, aber dennoch frage ich mich, was das alles eigentlich sollte?
Wolltest Du einfach ein paar Tage Spaß haben, mit deinem Kumpel feiern und ich kam unpassenderweise dazwischen?
Funktioniert es manchmal wirklich so problemlos?
Kann man diese Person, die man wirklich vom ganzen Herzen liebt unmittelbar ausblenden, um sich auf jemand anderen zu konzentrieren, mit der man keine Beziehung führt? 
Ich glaube, wenn das so einfach funktioniert, man die Beziehung gedanklich so leicht fortwischen kann, funktioniert die gesamte Beziehung nicht mehr...

...

Eine neue Hoffnung, die ich langsam zu Grabe trage, der helle Sarg, nur leicht gebräunt. Er ist sehr klein, das Loch nicht allzu tief, doch statt hinein, stell ich diese Hoffnung vorerst noch daneben...



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Sonntag, 30. November 2014

Zu nett für diese Welt

Nein!
 Natürlich sage ich auch mal Nein! Wenn mir das Essen im Restaurant nicht schmeckt, sage ich das, wenn mir auf der Straße jemand ein Abo für eine Zeitschrift, die ich eh nicht lesen werde, andrehen möchte, lehne ich dankend ab und wenn ich Schmerzen habe, dann ignoriere ich diese nicht, nur damit ich damit niemanden zur Last falle. 
Aber, wenn eine alte Freundin, die seit einem Jahr nicht mehr mit mir gesprochen hat, auf einmal ankommt und lächelt, sage ich "Hallo" und frage sogar wie es ihr geht, wenn man seit einigen Wochen nicht mehr so richtig auf meine Nachrichten reagiert/antwortet, schreibe ich dennoch immer wieder, nur um den Kontakt nicht zu verlieren und wenn Freunde von mir gerade knapp bei Kasse sind, leihe ich ihnen etwas, selbst auf die Gefahr hin, dass ich am Ende selbst nichts mehr habe.

Ich hänge an Menschen, die mir nicht gut tun, Menschen, die eine zeitlang zu mir und meinem Leben gehörten, aber auf einmal nichts mehr von mir wissen möchten. Sie melden sich nicht mehr und trotzdem schreibe ich Ihnen noch, grüße und versuche ein Gespräch aufzubauen. Irgendwann gebe ich es aber auch auf, vielleicht, weil ich selbst merke, wie unnötig es ist, vielleicht aber auch, weil mein Gegenüber mir sagt, dass man keine Lust mehr auf mich hat... Wenn das zweite der Fall ist harke ich die Person eigentlich auch endgültig ab, aber einige kommen dann irgendwann doch wieder zu mir und meistens, wenn ich gegen sie keine zu große Abneigung hege, gehe ich wieder auf sie zu, weil ich an die Vergangenheit denke, weil ich nicht nachtragend bin, weil ich mir wünschen würde, dass derjenige es in meiner Situation genauso machen würde (zumindest denk ich das so) oder einfach, weil ich zu nett bin!
Zu nett für diese Welt.

Ich hab Freundinnen, die sind (momentan) sehr schnell beleidigt, sauer oder angebiestet. Sie nehmen Witze nicht mehr als das auf was sie sind und jede Floskel wird als Angriff aufgefasst. Früher konnte ich mit diesen Freundinnen über alles lachen, konnte sagen was mir nicht passt und Scherze machen - Heute weiß ich nicht mehr, was ich sagen darf, welche Kommentare falsch verstanden werden könnten und man muss Angst haben im nächsten Moment in einem Tornado aus Anschuldigungen zu stehen oder vor einer dunklen, kalten Mauer, die mit nichts außer Schweigen antwortet.
Dennoch schreibe ich, antworte auf Dinge, die sie schreiben, wenn sie etwas schreiben, frage, ob wir etwas machen wollen und gebe nicht auf den Kontakt zu halten, weil ich die Freundschaft nicht aufgeben möchte, weil ich mir denke, dass sie irgendwann doch noch antworten, weil ich daran glaube, dass sie es eigentlich nicht böse meinen, vielleicht einfach einen schlechten Tag hatten oder einfach, weil ich zu nett bin!
Zu nett für diese Welt.

Ich kaufe für Freunde vorerst Konzertkarten, bezahle Essen, lege das Geld für den Eintritt in beispielsweise einem Freizeitpark aus und, wenn jemand unbedingt diesen einen Pullover möchte, aber gerade nicht das Geld hat, dann bekommt dieser jemand trotzdem diesen Pullover, weil ich mit bin. Natürlich überlege ich es mir wem ich was an Geld gebe und in den letzten Jahren hatte ich keine Probleme, aber früher hab ich oft umsonst auf mein Geld gewartet, hatte Probleme dazu zugehören und habe deshalb nichts gesagt. Ich hab Geld verliehen, hab manchmal Geschenke gekauft, die relativ teuer waren und hab nie etwas zurückgefordert (geschweige davon, dass ich von den meisten Personen nie etwas zurückbekommen habe), weil ich dazu gehören wollte, weil ich dachte, dass ich es so schaffen kann oder einfach, weil ich zu nett bin!
Zu nett für diese Welt! 

Meine Eltern sind ebenso gutmütig, ebenso nett. Mein Vater sagt eigentlich nie Nein, versucht es allen gerecht zu machen und verlangt dafür niemals etwas. Genau dasselbe kann man bei meiner Mama beobachten. Sie bietet sich an für Veranstaltungen zu backen, war während meiner Schulzeit meistens die Elternbegleitung bei Theaterbesuchen, Schulübernachtungen etc. und auch heutzutage ist sie oft diejenige, die mich und meine Freunde nachts irgendwo abholt oder uns wo hinfährt.
Meine Gutmütigkeit liegt also eigentlich in den Genen...

Eindeutig - ich bin wirklich einfach zu nett für diese Welt,
aber manchmal ist das vielleicht auch gut so...



Heute gibt es mal keine Bilder, nur Text und das noch schnell vor 0:00, damit ich wenigstens 3 Posts im November habe. :D



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