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Samstag, 18. Juni 2016

Die Sache mit den Prüfungen

Am 2. und 3. Mai habe ich meine schriftlichen Abschlussprüfungen für meine Ausbildung als Tourismuskauffrau (Privat- und Geschäftsreisen) geschrieben und am 1. Juni gab es die Ergebnisse.

Es hieß die Ergebnisse werden vormittags um 11 Uhr veröffentlicht, meine Klassenkameradin hatte aber schon gehört, dass die schon morgens drin stehen. Wie zu erwarten konnte ich am 31. Mai einfach nicht schlafen, hab mich im Bett hin- und her gewälzt und hab dann um viertel vor 12 in die Gruppe der Buchhändlerinnen geschrieben. Eine einzige Antwort kam zurück: "Glaubst du die Ergebnisse kommen schon direkt um 12 Uhr online?" Ich hab überlegt, geguckt wann mir letztes Jahr die Auszubildende geschrieben hat, dass sie bestanden hat - 4 Uhr nachts - und dann geantwortet: "Keine Ahnung, vielleicht..." :D

Wir haben dann noch kurz diskutiert (Sie: "Die sitzen doch nicht die ganze Nacht am PC und stellen dann um Punkt 12 die Ergebnisse ein?!" Ich: "Eventuell kann man das Programm, welches die Ergebnisse online stellt, auf eine bestimmte Uhrzeit einstellen...") und dann abgemacht, dass wir uns Bescheid geben, wenn wir es nicht mehr aushalten, nachgucken und die Ergebnisse einsehen können. Tjaaa.. da ich schon oben im Bett war, hätte ich wahrscheinlich erst irgendwann in der Nacht oder am nächsten Morgen geguckt, wenn sie nicht zu aufgeregt gewesen wäre und mir um 5 nach 12 dann schrieb, dass die Ergebnisse online sind und sie bestanden habe.


Wie schnell ich runter gerannt und an den Laptop gehüpft bin? Ich weiß es nicht, aber es wäre höchstwahrscheinlich ein Rekord gewesen. 

Man wartet Monate, 3 lange Jahre auf diesen Moment, hat davor mehr Angst, als vor den eigentlichen Prüfungen und dann loggt man sich ein und man erwartet irgendetwas großartiges - Konfetti, Channig Tatum der strippt oder einfach nur aus dem PC kommt, ein leckerer Schokoladenkuchen, der auf einmal vor einem auftaucht oder einfach ein pinkes, glitzerndes Einhorn, welches über den Bildschirm galoppiert und einem erzählt, dass man bestanden hat. 
Pustekuchen (oder eher kein Kuchen). 


Eine einfache weiße Seite und die (vorläufigen) Ergebnisse. Ehrlich gesagt so ganz einfach ist es nicht zu sehen, ob man es nun geschafft oder halt nicht. Ich hatte glücklicherweise eindeutige Ergebnisse, aber es gibt auch welche, wo es echt nicht so leicht zu sehen war und die wirklich bei der IHK nachfragen mussten.

Ich habs geschafft!
In Rechnungswesen hab ich sogar eine 3. In Rechnungswesen. Ich. Hallo?! :D

Wie ich schon mal erwähnt habe, bin ich wirklich nicht gut in Mathe und auch nicht in Rechnungswesen. Ich hatte glaub ich ein einziges Mal eine 3 in den Klausuren, aber es kam nicht (nur) davon, dass ich die Themen nicht konnte. Manchmal konnte ich es, Natalie hat mich vorher abgefragt, ich hab die Sachen ab und zu sogar im Schlaf erklärt, doch dann saß ich in der Arbeit uns es war vorbei. Die Aufregung hat mir letztendlich immer einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Was ist da die beste Lösung? Ich habs mit Baldrian versucht, mit ganz vielen Wiederholungen, immer und immer wieder lernen und durchkauen, aber nichts hat geholfen, wenn ich dann in der Arbeit saß und komplett Black Out erlitt. 
Einmal hab ich sicherlich schon erwähnt was meine Lösung letztendlich war - Hypnose.



Kein Quatsch, ich war auch unsicher, bin absoluter Kopfmensch, glaub an solche Sachen eigentlich nicht, hab mir letztes Jahr im November dann aber gesagt, dass ich es einfach mal versuche. Im Nachbardorf haben wir eine Heilpraktikerin, die Hypnose gegen Prüfungsangst, Übergewicht, Rauchen etc. anbietet und wenn sie merkt, dass es nicht funktioniert, weil man nicht, sozusagen empfänglich ist, dann braucht man die Sitzung auch nicht zu bezahlen.

Ich bin also hin, hatte Angst, dass es nicht funktioniert und was soll ich sagen?
Es hat funktioniert.

Ich war ungefähr 6 oder 7mal bei ihr, hab mich hypnotisieren lassen, ein paar Fortschritte auch bei den Arbeiten gemerkt, aber am meisten sollte es mir ja für die Prüfungen helfen. Ich muss sagen: Ich war nie, wirklich noch nie so entspannt vor irgendwelchen Prüfungen. Hauptschule, Realschule, Abitur, Fahrprüfung... - ich hatte immer Herzklopfen, immer Panik, Schweißhände und diesmal saß ich im Klassenraum und war absolut ruhig. Johanna, die als Buchhändlerin neben mir saß, hatte zitternde Hände, während meine vollkommen ruhig auf dem Tisch lagen. 
Die gesamte Zeit, in allen Prüfungen hatte ich einen vollkommen klaren Kopf, konnte mir Zeit lassen die Aufgaben zu lesen und zu verstehen - es war so schön. Dass ich das Thema in Rechnungswesen dann auch noch gut konnte, war das i-Tüpfelchen, die Kirsche auf der Sahne, das Gelbe vom Ei. :D



Tja.. Ende Juli hab ich noch die mündliche Prüfung (deshalb auch vorläufige Ergebnisse) und ich denke ich werde davor auch noch einmal zur Hypnose gehen. 

Falls ihr auch so Prüfungsangst habt oder in anderen Situationen super aufgeregt seid - hört euch mal um, ob es jemanden in eurer Nähe gibt, der auch sowas anbietet und dann versucht es aus - wie oben erwähnt bin ich auch ein ziemlicher Kopfmensch und glaub nur schwer an sowas, aber es kann echt helfen... :)


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Freitag, 5. Juni 2015

Kann man verlernen sich zu verlieben?

Da steht sie nun, mitten im Kornfeld, streckt die Arme in die Luft und das Gesicht der Sonne entgegen. Sie strahlt fast genauso, wie es die große Feuerkugel, festgesteckt am blauen Himmel, schon den ganzen Tag über tut. 
Gerne wäre sie erst später losgezogen und hätte das Zauberlicht am Abend genutzt, doch dafür hat sie keine Zeit... Eigentlich sollte sie jetzt auch schon zuhause sein.


Keine Zeit, keine Zeit und doch hat sie Zeit sich umzudrehen, durch die nickenden Ähren zu laufen und nachzudenken. Die Gedanken kommen automatisch, wenn sie alleine draußen unterwegs ist - nur sie und die Kamera und das Auto, welches einige Meter weiter am Straßenrand geparkt ist.
Keine Musik, niemand der ihr sagt, was zu tun ist, keine Aufgaben, die erledigt werden müssen und die einfache Chance allein mit sich zu sein.

Seit Wochen fragt sie sich, ob man verlernen kann sich zu verlieben, denn seit Monaten hat sie das Gefühl nichts in der Richtung mehr zu spüren - keine rosa Wolken mehr, die rosarote Brille verstaubt in der Ecke und das Herz schlägt gleichmäßig, ohne unregelmäßiges Stolpern.
Ist es, weil sie zu viel erlebt hat, weil sie keine Lust mehr hat zu spielen? Kann sie sich nicht mehr einlassen auf Gefühle? Vielleicht hat sie auch Angst? Angst vor Enttäuschung, vor Verletzung, vor der ganzen Ungewissheit?

Sie denkt nach, streicht mit den Fingern über das Getreide und dann kommt ihr ein Gedanke, der sie seufzen lässt. Es gab in der letzten Zeit doch Augenblicke in denen das Herz stolperte, kurzzeitig aussetzte... Ist er der Grund, weshalb sie nichts für andere empfinden kann? Monatelang hört sie nichts, sieht ihn nicht, denkt nicht an ihn und dann taucht er auf, steht auf einmal vor ihr und die Knie werden weich...


Schnell schüttelt sie sich die blonden Haare aus dem Gesicht, setzt sich die Sonnenbrille auf die Augen und schlendert langsam zurück zu ihrer Kamera. Das ist keine Liebe, vielleicht mag sie ihn gerne, findet ihn... anziehend?!
Aber dennoch gab es zwischendurch immer Menschen, die sie berührten, die ihr Herz erreichten und ihr die Hoffnung auf Liebe gaben und dies ist nun irgendwie vorbei.
Im Grunde ist es ihr auch nicht so wichtig, sie hört Pärchen streiten, sieht den Stress, den einige haben und ist dann froh sowas nicht zu haben, doch wenn diese Pärchen händchenhaltend durch die Straßen laufen, sich anlächeln... 
Natürlich sticht da ihr Herz, zieht sich leicht schmerzhaft zusammen und sie mag sich einbilden wie es ihr versucht einzuflüstern, dass es wieder verliebt sein möchte, dass es die Liebe braucht zum Leben, zum Überleben.

Sie denkt an diese wunderbaren Gefühle, an die Menschen, die Fußspuren auf ihrer Seele hinterließen und daran, dass diese oftmals das einzige waren, was von ihnen blieb und sie denkt daran, dass sie niemanden aufgrund ihrer Empfindungen verlieren möchte - sie möchte sich nicht verlieren.
Auf einmal lächelt sie wieder, während sie die Kamera abbaut und zurück zum Auto läuft. Der Sonnenhut droht fast von ihrem Kopf zu wehen, doch sie hat ihn gut im Griff, genau wie die Gedanken, die Stimmungen und auch die Gefühle. Eigentlich ist sie glücklich, nur verliebt ist sie nicht - zumindest momentan nicht.


Als sie zurück nach Hause fährt, wieder hinein in das bunte Leben, voller Treiben ist sie ganz zufrieden. Auch ganz ohne die Antwort und wenn die Frage sich irgendwann wieder laut und drängend in ihrem Kopf befindet, schließt sie die Augen und denkt an das Kornfeld, die langen Halme, die ihr im Wind zunicken, so als ob sie ihr sagen wollen, dass sie einfach den Weg weitergehen soll und irgendwann passiert es dann schon wieder... und wer weiß vielleicht kennt sie diese Person schon und derjenige steht dann, wenn sie die Augen öffnet, vor ihr im Getreide, lächelt sie an und sagt:
"Liebe kann man nicht erlernen, Liebe passiert, Nadja!" 



 

Ein schönes Wochenende wünsch ich euch! :)

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